Die dritte CD von bach, blech & blues : Triptychon
Im Mai 99 erscheint bei BERLIN CLASSICS die neue CD mit dem Titel "Triptychon". Unter Leitung von Jörg Achim Keller und Till Weser sowie unter der Mitwirkung von Till Brönner (Trompete) und Adrian Mears (Posaune) als Solisten entstand hier eine Aufnahme mit den Schwerpunkten Jazz und Avantgarde.
Inhalt:
1
Till Weser Danserye
Paraphrasen eines Themas von Tylman Susato
2
Frank Reinshagen Michs Delight
(Flgh Solo Till Brönner)
3
Lutz Landwehr von Pragenau Running Riot
4
Adrian Mears Intuition of Sacred Hearts
(Trb Solo Adrian Mears)
B,A,C,H - TRIPTYCHON
5
J.S. Bach /
Instr. Till Weser Contrapunctus XIX
aus "Die Kunst der Fuge"
6
Walter Zimmermann /
Till Weser Die Menschen mit den Steinen wiederversöhnen
aus dem Zyklus "Lokale Musik": Keuper
7-10
Steffen Schorn Bb . A . C . B
(feat. Till Brönner & Adrian Mears)
11
Jörg-Achim Keller C.T.D.
(Flgh Solo Till Brönner)
12
Duke Ellington
Arr. Rob Pronk Mood Indigo
(Flgh Solo Till Brönner)
13 Arrangement Ingo Luis bach, blech & blues brothers
14
comp. by Henry Mancini Peter Gunn
(Trb Solo Adrian Mears)
15
comp. by Cab Calloway, Irving Mills, Clarence Gaskill Minnie the Moocher
(Trp Solo Till Brönner)
16
comp. by Berns, Burke, Wexler Everybody needs somebody
Leitung: Dirigent & Einstudierung Klassik: Till Weser
Dirigent & Einstudierung Jazz: Jörg-Achim Keller
Solisten: Till Brönner, Trompete, Flügelhorn
Adrian Mears, Posaune
bach, blech & blues: Bläsermusik der Renaissance
erschienen 1997 bei ARTE NOVA
im Vertrieb von BMG Classics
Inhalt:
1-3 Claudio Monteverdi (1567-1643) Nisi Dominus aus der "Marienvesper"
Lauda Jerusalem aus der "Marienvesper"
Toccata aus der "Marienvesper"
4 Giovanni Gabrieli (um 1553/57-1612) Canzon per sonar duedecimi toni a 10
5 Samuel Scheidt (1587-1627) Canzon super intradam aechiopicam
6 Ludovico Grossi da Viadana (1560-1627) Sinfonia 'La Padovana'
7 Giovanni Gabrieli (um 1553/57-1612) Canzon III a 6
8-9 Giuseppe Guami (um1540-1611) Canzon vigesimaquarta a 8
Canzon vigesimaquinta a 8
10 Giovanni Gabrieli (um 1553/57-1612) Canzon VIII a 8
11 Orlando di Lasso (1532-1594) Ola! O che bon echo!
12-16 Giovanni Gabrieli (um 1553/57-1612) Canzon XXVIII a 8
Canzon XVI a 12
Sonata octavi toni a12
Motette 'Jubilate Deo'
Sonata 'Pian e Forte' a 8
Zur CD:
Seit dem 15. Jahrhundert unterhielten die meisten herrschaftlichen Autoritäten ein Bläserensemble, dessen wichtigste Instrumente seit dem 16. Jahrhundert der Zink und die Posaune waren. Jeder Spieler beherrschte darüber hinaus noch zahlreiche weitere Instrumente.
Bedeutende Ensembles in der Renaissance waren u.a. die "Leipziger Stadtpfeifer", die sogar bis zur Zeit J.S. Bachs großes Ansehen genossen, und das "Concerto Palatino di Bologna", das von 1537 bis 1779 in der unveränderten Besetzung von 8 Trompeten, 4 Piafi (später Zink genannt), 4 Posaunen, zwei Zupfinstrumenten und einem Trommler bestanden hat.
Auch an der Kathedrale "San Marco" in Venedig, wo Giovanni Gabrieli als Komponist, Kapellmeister und Organist tätig war, gab es festangestellte Bläser die insbesondere zu feierlichen Anlässen auftraten. Die außergewöhnliche Architektur von "San Marco" mit ihren einander gegenüberliegenden weitläufigen Emporen inspirierte G. Gabrieli zu seinen mehrchörigen Werken wie beispielsweise der doppelchörigen Sonata octavi toni a 12 oder der dreichörigen Canzon XVI a 12.
Neben geistlichen Werken gab es in der Renaissance auch weltliche Musik, wie die der Stadt Padua gewidmeten "Sinfonia la Padovana" von L.G. da Viadana, bei der die Klangsprache der Kirchenmusik mit ausgelassener Tanzmusik konfrontiert wird, oder das scherzhafte Spiel mit dem eigenen Echo in "Ola, o che bon echo" von Orlando di Lasso.
Die Chorstimmen in der vokalen Musik der Renaissance wurden häufig durch Instrumentalstimmen verdoppelt (colla parte) um mit wechselnden Besetzungen die Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern.
bach, blech & blues hat auf der vorliegenden Aufnahme die Idee des colla parte Spielens verselbständigt.
Die Vokalstücke "Toccata", "Nisi Dominus" und "Lauda Jerusalem" sowie die Motette "Jubilate Deo" und das weltliche "Ola, o che bon echo" werden ausschließlich auf Blechblasinstrumenten gespielt. Der dadurch fehlende Text wird mithilfe entsprechender Artikulationen und Phrasierungen dem musikalischen Kontext wieder zugeführt.
Für die Musiker war es eine große Herausforderung, diese Werke auf ihren modernen Instrumenten so zu gestalten, daß der musikalische Gedanke der damaligen Zeit nicht verloren ging. Dabei wurde fast das ganze Instrumentarium der heutigen Blechblasinstrumente verwendet, angefangen von Hoch-G-Trompeten, über Flügelhörner und Tief-F-Trompeten bis zum Tuba-ähnlichen Cimbasso.
Text: Harry Ries/Till Weser
bach, blech & blues:
Werke von Bach, Vitali, Henze,
Bourgeois, Skrjabin, Viadana,
Botschinski, Maaß
erschienen 1994
Inhalt:
1 Johann Sebastian Bach
(1685-1750)
arr. Till Weser Präludium Nr. VII Es-Dur aus
"Das wohltemperierte Clavier I" (1722)
2-10 Tomaso Anatonio Vitali
(1663-1745) Sonata di Chiesa, op.4/11 (1701)
3-11 Hans Werner Henze (*1926) Sonata per otto ottoni (1983)
12 Johann Sebastian Bach
(1685-1750)
(Schein / Bach / Weser) "Des Heil'gen Geistes reiche Gnad"
Choral-Collage (1992)
13 Derek Bourgeois (*1941) Concerto Grosso op.61 (1979)
14 Alexandr Nikolajewitsch Skrjabin Prélude II aus: 3 Préludes op.35 (1903)
15 Ludovico Grossi da Viadana
(15641645) Sinfonia -La Bergamasca- (1611)
16 Allan Botschinsky (1940) Jazz Antiphony (1985)
17-21 Torsten Maaß (*1967) Papa Hemingway's Cocktail-Party (1992)
Indian Eliza, Manhattan, Jimmies Dream, Golden Cadillac, Caipirissima
Klangbeispiel:
Henze, Rondino
Zur CD:
Die Werke auf dieser CD sind in drei Abschnitten wie in einem dreiteiligen Konzert angeordnet.
Der erste Teil wird umklammert durch den wohl wichtigsten Komponisten seiner Epoche: Johann Sebastian Bach. Das `Praeludium Nr. VII Es-Dur´ aus `Das wohltemperirte Clavier I´ enthält jene Strenge, die den ganzen Abschnitt bestimmt. Die Gegenüberstellung der einzelnen Sätze Vitalis und Henzes erläutert beide Werke aneinander und demonstriert, wie verwandt alte und neue Musik sein können. Die Schein/Bach/Weser Choral-Collage schließt die Klammer und bricht sie doch gleichzeitig wieder auf, um ein weiteres Mal die Nähe von Bach, Blech und Blues darzustellen.
Der zweite Abschnitt bietet den größtmöglichen klanglichen Kontrast: Bourgeois´ sehr blechiges `Concerto grosso´ und Skrjabins `Prélude´ in seiner tiefsten Innerlichkeit - das längste und das kürzeste Stück, der lauteste und der leiseste Klang, die hellsten und die dunkelsten Farben bilden hier das Zentrum dieser CD.
Im letzten Drittel werden abermals die Jahrhunderte mittels einer Idee übersprungen: die Antiphonie und die Spielmusik mit überschäumender Freude. Die Montage von Viadanas Sinfonia `La Bergamasca´ und Botschinskys `Jazz Antiphony´ mag überraschen, doch zeigt sie die Konsequenz dieser Idee bis heute. Von hier aus fällt der gelassene Übergang zur Maaß´schen Cocktail-Party nicht schwer.
So sind die Abschnitte jeweils einem Schwerpunkt (Bach, Blech oder Blues) untergeordnet, enthalten aber alle drei Elemente: Bach, Blech und Blues und selbstverständlich auch bach, blech & blues.